Mittwoch, 1. Juni 2022

Randständiges aus Spanien

Mitte März ist bei Heyne Hardcore Träume aus Beton erschienen, meine Übersetzung des Romans Antes del huracán vom spanischen Autor Kiko Amat -- laut (dem erstaunlich präzisen) Klappentext "eine Geschichte von Angst, von Unangepasstheit und vom Leben am Rand, die atemberaubende Zärtlichkeit mit brutaler Wirklichkeit kombiniert." 

Angeschoben wurde dieses Projekt bereits 2019 durch ein Initiativstipendium des Deutschen Übersetzerfonds, dem ich an dieser Stelle nochmal für die Förderung danken möchte. 

Bleibt mir der Hinweis auf die Lesungen von Kiko Amat im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Und auf diese Pressestimmen:



OST: Diestelmeyer -- Gefühlte Wahrheiten

Dienstag, 1. März 2022

#BetweenTheLanguages

Im Rahmen einer Social-Media-Kampagne wurden in Vorbereitung auf die Frankfurter Buchmesse 2022 verschiedene Spanisch-Übersetzer/-innen zu ihrer Arbeit befragt. Ich hatte auch die Ehre.

Näheres zum Projekt unter diesen Links: spainfrankfurt2022.com / instagram.com/spainfrankfurt2022/

OST: Schnitt -- Wand

Freitag, 20. März 2020

Bemerkenswerte Briefe

Ja, ja, zu viel Insta, zu wenig Briefe. Wissen wir doch. Sammlungen anderer Leute Briefe, ganz besonders so bemerkenswerter Exemplare, sind natürlich nur Salz in die Wunde, vielleicht aber auch Ansporn und Motivation. Ich hatte jedenfalls die große Ehre, einige Briefe der Letters of Note-Reihe von Shaun Usher für Heyne Hardcore ins Deutsche zu übersetzen. Zu Thema Musik waren es Zeilen von Lillian Nordica, Rik Mayall, Prince und Eminem. Zum Thema Krieg die von Gajan Singh und William T. Sherman. Herausgekommen sind diese wunderschönen Bücher:

Ein Briefwechsel in dem Band Letters of Note: Musik hat mich ganz besonders fasziniert. Zwar nicht übersetzt, weil schon deutsch im Original, aber was soll's ... hier gelesen von Gerd Köster:

OST: Nueva Vulcano -- Ensayo

Sonntag, 1. September 2019

Die Schotten kamen

Eine von Conny Lösch moderierte Lesung mit den schottischen Autoren David Keenan und David F. Ross im Ramones Museum zu Berlin? Eigentlich eine solide Abendgestaltung, sollte man meinen, geradezu vielversprechend. Leider war das Konkurrenzprogramm zu sexy, das Wetter zu gut, die Spree zu breit, als dass sich Massen in die Kreuzberger Kult-Location verirrt hätten. Tja, 30. August in Berlin. Was willste machen? Egal, ich hatte trotzdem meinen Spaß.

Kontext:

David Keenan erzählt in Eine Impfung zum Schutz gegen das geisttötende Leben, wie es an der Westküste Schottlands praktiziert wird die Geschichte von MEMORIAL DEVICE, der größten Postpunk-Band, die Schottland beinahe hervorgebracht hätte. Schauplatz: Airdrie, ein Kaff in North Lanarkshire an der schottischen Westküste.

David F. Ross berichtet in Schotten dicht vom geplanten Revival der legendären Kultband THE MIRACULOUS VESPAS, die zum dreißigsten Jubiläum ihrer Auflösung wieder zusammengebracht werden sollen. Schauplatz: Kilmarnock, in der schottischen Provinz Ayrshire.

V.l.n.r.: Lösch, Keenan, Ross.


Freitag, 30. August 2019

Die Sprachen der Erinnerung

Am 28. Juni saß ich in einer Podiumsdiskussion -- als Teilnehmer, das sei betont, nicht als Zuschauer -- und durfte zum Thema "Wie können Übersetzungen gewinnbringend in der Erinnerungs- und Bildungsarbeit eingesetzt werden?" streiten. Hintergrund ist meine langjährige Erfahrung beim Übersetzen von Überlebendeninterviews und zu Teilen wahrscheinlich auch meine noch länger währende Freundschaft zu meiner lieben Übersetzerkollegin Sylvia Degen, die zu eben jenem Thema promovierte und die Ergebnisse ihrer Forschung kürzlich unter dem Titel "Die Stimmen der Überlebenden, aber wessen Worte?: Audiovisuelle Interviews mit NS-Überlebenden und ihre Übersetzung" im LIT Verlag veröffentlichte.
Die Podiumsdiskussion war Teil eines von Prof. Dr. Kerstin Schoor (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder), Dr. Andrea Hammel (Aberystwyth University, Wales) und dem Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg organisierten Symposiums unter der Überschrift "Die Sprachen der Erinnerung – Audiovisuelle Berichte von NS-Überlebenden und ihre Übersetzung."

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Kerstin Schoor referierten Dr. Andrea Hammel zum vermeintlich schwierigen Verhältnis von Holocaust Studies und Translationswissenschaft; Katja S. Baumgärtner zum Thema "Sprache, Gender und Film – Übersetzung als Ermöglichung von Erinnerung in Filmen über Ravensbrück" und Dr. Sylvia Degen über ihre Studie zur Übersetzung von Überlebenden-Interviews an drei audiovisuellen Archiven in Berlin. An der abschließenden Diskussion nahmen neben den Referentinnen noch Ulrike Granitzki, die ihre Perspektive als Qualitätsmanagerin und Lektorin von audiovisuellen Überlebendeninterviews einbrachte, und meine Wenigkeit teil.


Aus der Ankündigung: Für die Vermittlung der NS-Geschichte sind die Berichte der Überlebenden zentral. Da immer weniger von ihnen direkt befragt werden können, werden schriftliche und zunehmend audiovisuelle Zeugnisse immer wichtiger. Dabei wird das Berichtete häufig als Übersetzung gelesen oder gehört – womit deren Gestaltung für den Vermittlungserfolg wesentlich wird. Wenn sich innerhalb der Holocaust Studies mit Überlebendenberichten auseinandergesetzt wird, steht häufig deren vermeintliche „Authentizität“ im Mittelpunkt. Diese wird jedoch durch die Übersetzung direkt in Frage gestellt. Trotzdem spielt das Thema Übersetzung in den breit geführten Debatten kaum eine Rolle. Das Symposium soll eine Plattform für den Austausch zwischen den Vertreter_innen unterschiedlicher Disziplinen sein, aber vor allem auch zwischen den sogenannten „Theoretiker_innen“ und „Praktiker_innen“, die mit den (übersetzten) Berichten von NS-Überlebenden arbeiten.

Nachtrag: Im BDÜ-Rundbrief Berlin Brandenburg Nr. 19 (Nov. 2019) gibt es ein sehr interessantes Interview mit Sylvia zu lesen.

OST: Angel Olsen -- All Mirrors

Dienstag, 13. August 2019

Lesung zum Weltübersetzertag


OST: Dickon Hinchcliffe -- Out of the Furnace

Samstag, 22. Juni 2019

Cherry: Lesung in der Fahimi Bar

Eine Lesung ohne Autor aber dafür mit Gastleser und Übersetzer? Ja, ist selten, aber gibt es. Am 19.06. lud Tausendsassa Thorsten Nagelschmidt zu einer neuen Auflage seiner Lesereihe "Nagel mit Köpfen" in die Kreuzberger Fahimi Bar ein. Als Gäste hatte er sich Markus Naegele (Verlagsleiter Heyne Hardcore), Hendrik Otremba (Autor und Fan von Cherry) und mich (Übersetzer von Cherry) aufs Podium geholt. Thema des Abends, wir ahnen es bereits, war der Roman Cherry und das Leben und Wirken seines Autors Nico Walker, der momentan noch eine langjährige Haftstrafe in den USA verbüßt. Unterm Strich ein runder Abend mit tollen Leuten und diversen Erkenntnissen, unter anderem der, dass Amazon-Kundenrezensionen auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. Nächste Runde "Nagel mit Köpfen" am 25.09.2019 mit Hendrik Otremba und seinem neuen Roman Kachelbads Erbe. Viel Spaß.

Lagebesprechung (Müller, Otremba, Nagelschmidt)

OST: Ghostface Killah -- The Brown Tape

Sonntag, 24. März 2019

Rise of the machines

Am 11. März war ich mit drei Berliner Kolleginnen an der Hochschule Anhalt in Köthen, um an der Frühjahrsschule "Entwicklungen im Bereich der Übersetzung und Lokalisierung" teilzunehmen. Konkret ging es um das Thema "Maschinelle Übersetzung und Postedition", sprich: Architekturen von maschinellen Übersetzungssystemen, Verwendung von MT-Systemen im Lokalisierungsprozess, Verfahren zur Qualitätssteigerung der maschinellen Übersetzung etc. Im praktischen Teil wurde an der Postedition von maschinell übersetzten Dokumenten gearbeitet.
Im Fazit eine sehr interessante, gut organisierte und inhaltlich hervorragend aufbereitete Veranstaltung, die allerdings auch nachdenklich stimmte. "In fünf bis zehn Jahren wird der Mensch in vielen Übersetzungsbereichen keine Rolle mehr spielen, zumindest nicht als Übersetzer", so eine Dozentin mit langjähriger Erfahrung in MT/Postediting.

OST: Glös -- Harmonium LP

Freitag, 8. März 2019

Ihr müsst ihnen Hoffnung geben

Hier könnt ihr mal ein paar von uns Unsichtbaren sehen. Ein paar von denen, die eure Bestseller und Groschenromane schreiben, äh, ich meine übersetzen. Mein Beitrag bei Minute 00:19.



Kontext:

Heyne Encore hat gerade ein weiteres Buch von Shaun Usher herausgebracht, nämlich Speeches of Note: Reden, die die Welt veränderten, in dem Usher allerlei Reden zusammengetragen hat. Motivationsreden, Abschiedsreden, Lobreden, politische Reden, emotionale Reden. Von Theodore Roosevelt, Nick Cave, Tilda Swinton, Pablo Picasso, Virginia Woolf, Elie Wiesel, Walt Whitman und vielen anderen mehr. Ich durfte für dieses Projekt die Hope Speech von Harvey Milk übertragen, was sehr viel Spaß gemacht hat.

OST: DJ Krush -- 軌跡 -Kiseki- LP 

Donnerstag, 7. Februar 2019

Sportlicher Februar

Letztes Jahr hatte ich die tolle Chance, mich für das FIVE Magazine mit dem Ex-NBA-Profi Etan Thomas zu beschäftigen. Ich schrieb eine Rezension zu seinem aufrüttelndem Buch We Matter -- Athletes and Activism, führte ein Interview mit ihm und übersetzte auch eine Passage aus We Matter. Jetzt sind meine Texte in der Februarausgabe der FIVE (# 155) erschienen ... und ja, ich bin ein kleines bisschen stolz drauf.


OST: Bruce Springsteen -- Tunnel of Love LP

Donnerstag, 3. Januar 2019

Keine Atempause ...

Wow, 2018 war verrückt, privat und beruflich. Drei Bücher, ein ganzer Haufen Übersetzungsprojekte für OSZE, Amnesty International und Co., erste eigene Lesung, zweites eigenes Kind, DÜF-Stipendium, Umzug und so weiter und so fort ...
Aber gut so! Keine Atempause / Geschichte wird gemacht / Es geht voran! Ich bin gespannt auf 2019 und habe mir sogar ein paar Vorsätze notiert. Einer davon lautet "regelmäßiger Blogeinträge verfassen". Steht allerdings nicht ganz oben auf der Liste.
In diesem Sinne: Ein frohes Neues und nur das Beste für alle!

OST: City and Colour -- The Hurry and the Harm LP

Freitag, 21. September 2018

Mehr Bücher über Filme

Im Frühjahr hatte ich die Chance, an der Übersetzung einiger Artikel aus dem Spanischen mitzuarbeiten. Thema: der 2013 veröffentlichte Dokumentarfilm Die Siedler Francos von Lucia Palacios und Dietmar Post. Aus translatorischer Sicht besonders erwähnenswert an diesem Projekt war die Zusammenarbeit mit einer Reihe wunderbarer Kolleg/-innen, allen voran Elisabeth Mänzel und Linda Kutzki, sowie die Veröffentlichung der Texte in einem dreisprachigen Band (Deutsch, Spanisch, Englisch) namens Die Siedler Francos: Ein Beispiel für die Zurückdrängung des suchenden Dokumentarfilms.
"Dreisprachiges Buch" ... das klingt verdächtig nach diesen unseligen Reclam-Editionen -- linke Seite Fremdsprache, rechte Seite Deutsch, Wortschatz in den Fußnoten -- aber keine Angst, die Problematik wurde von den Herausgeber/-innen glücklicherweise anders gelöst.

Hier der Klappentext des Anfang September bei play loud! productions erschienen Buches:
Der Neoliberalismus bestimmt inzwischen Inhalt und Ästhetik von Dokumentarfilmen. Der klassische, offene und suchende Dokumentarfilm findet kaum noch statt. An seine Stelle ist die formatierte geschlossene Dokumentation getreten, die sich den Regeln des Spiel-, Werbe- und Propagandafilms unterwirft. Es geht um maximale Emotionalisierung und Identifikation mit den Helden der Geschichte. Festivals, Filmförderer und TV-Anstalten fordern und fördern seit zwei Jahrzehnten solche marktgerechten Wohlfühl-Filme. Grautöne, Skepsis, Komplexität, Distanz zum Sujet und zum Mitdenken Herausforderndes sind kaum noch erwünscht. Dieses Buch versucht einerseits anhand des Films Die Siedler Francos zu erläutern, welche Schwierigkeiten Filmarbeiter haben, wenn sie sich diesem neoliberalen Einheitsformat widersetzen. Anderseits ist es das Bemühen, sich mit dem Thema des Films, nämlich der in Spanien nur unzureichend stattgefundenen Vergangenheitsbewältigung bezüglich des Bürgerkrieges und der Franco-Diktatur, näher zu beschäftigen.

Mein Tipp: Erst Doku schauen, dann Buch lesen. Viel Spaß und reichlich Erkenntnisgewinn.

Freitag, 31. August 2018

Neue Romanübersetzung veröffentlicht: Dunkler Sommer von James Lee Burke

So, Sommer ist vorbei, oder zumindest liegt er in den letzten Zügen. Einen passenderen Zeitpunkt für die Veröffentlichung des von mir übersetzten Romans Dunkler Sommer von James Lee Burke (The Jealous Kind im Original) kann man sich eigentlich kaum wünschen. Es ist der mittlerweile fünfte des "Großmeisters des Krimi-Genres", den ich für Heyne Hardcore übersetzen durfte. Die Arbeit an diesem Buch hat etwas länger gedauert als ursprünglich geplant. Eilaufträge, Familie und noch mehr Eilaufträge kamen dazwischen. Leben halt. Die Freude beim Auspacken der Belegexemplare war dafür umso größer.